Ad-hoc-Mitteilungen

19.12.2008

MOLOGEN AG: EU bewilligt 3 Mio. EUR Fördermittel für die Entwicklung eines DNA-Impfstoffes für Menschen

Das Berliner Biotechnologie-Unternehmen MOLOGEN AG erhält aus Mitteln des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union als Mitglied eines internationalen Konsortiums umfangreiche Förderung. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird mit insgesamt 3,0 Mio. EUR gefördert. MOLOGEN wird davon 1,2 Mio. EUR erhalten. Das Projekt beginnt im Januar 2009.

Ziel des Projektes ist es, einen prophylaktischen und therapeutischen DNA-Impfstoff gegen die viszerale Leishmaniose des Menschen zu entwickeln, eine schwere und oft tödliche Infektionskrankheit. Das Konsortium wird dazu einen MIDGE®-basierten Impfstoff entwickeln, seine Immunogenität in menschlichen Zellkultursystemen untersuchen, die Wirksamkeit in Tiermodellen testen und schließlich die Sicherheit des neuen Impfstoffes mithilfe präklinischer Studien prüfen. Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit wird das Konsortium in der Lage sein, klinische Studien mit dem neuartigen, breit anwendbaren Impfstoff für Menschen mit erprobter Sicherheit und Wirksamkeit durchzuführen.

Neben MOLOGEN umfasst das Konsortium Projektpartner mit umfangreicher Erfahrung in der Leishmaniose-Forschung und -Impfstoffentwicklung sowie klinische Forschungseinrichtungen. MOLOGEN arbeitet mit Experten aus Deutschland, Großbritannien, Indien, Israel und Tunesien zusammen. Im Rahmen des Projektes hat MOLOGEN die Aufgabe, den Impfstoff zu optimieren und herzustellen sowie präklinische Sicherheitsstudien durchzuführen.

Innerhalb MOLOGENs Entwicklungsprogramm für MIDGE®-basierte Impfstoffe ist die Leishmaniose eine der Hauptindikationen. Ein MIDGE®-basierter Impfstoff gegen die Leishmaniose der Haustiere wird derzeit von einem führenden, nicht genannten US-amerikanischen Tiergesundheitsunternehmen in einem fortgeschrittenen Entwicklungsprogramm getestet.

„Die Leishmaniose ist eine schwere, sich schnell ausbreitende Krankheit, für deren Prophylaxe und Therapie ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Die Entwicklung eines wirksamen und gut verträglichen Impfstoffes für Menschen, der auf MOLOGENs eigener MIDGE®-Technologie basiert, könnte einen Durchbruch in der Bekämpfung dieser Krankheit bedeuten“, sagte Dr. Matthias Schroff, Vorstandsvorsitzender der MOLOGEN AG. „Die Förderung im Rahmen des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramms stellt einen enormen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels dar.“

Über Leishmaniose


Die Leishmaniose ist eine Erkrankung, die oft tödlich verläuft und durch Parasiten der Gattung Leishmania verursacht wird. Die Krankheit wird durch Sandmücken übertragen.

Die Leishmaniose ist in subtropischen Regionen und im Mittelmeerraum sehr weit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Leishmaniose als eine zu wenig beachtete Krankheit  (sogenannte „Neglected Disease“) eingestuft. Gemäß Angaben der WHO sind weltweit etwa 12 Millionen Menschen mit Leishmania-Parasiten infiziert. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei der kutanen Leishmaniose, die vorwiegend die Haut der Patienten betrifft, bei etwa 1 bis 1,5 Millionen Menschen. An der lebensbedrohlichen viszeralen Leishmaniose, bei der die Parasiten die Leber und Milz der Patienten befallen, erkranken jährlich etwa eine halbe Million Menschen neu.

Es gibt derzeit eine Reihe von multinationalen Forschungsprogrammen, um neue und effektivere Therapieformen und Impfstoffe zu entwickeln.

Über das Forschungskonsortium

Das Konsortium steht unter der Führung von Dr. Farrokh Modabber, LSHTM, GB, einem weltweit renommierten Leishmaniose-Experten. Die einzelnen Partner des Konsortiums haben unabhängig voneinander  bereits verschiedene Ansätze zur Kontrolle und Behandlung der Leishmaniose entwickelt. Die Partner wurden aufgrund sich ergänzender Erfahrungen und Kompetenzen ausgewählt, um alle Aspekte zu erfassen, die für die Entwicklung eines Leishmaniose-Impfstoffes wichtig sind.

Das Konsortium besteht aus folgenden Partnern:

  • London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM), GB - Projekt Koordinator
  • MOLOGEN AG, Deutschland
  • Charité - Universitätsmedizin Berlin, Deutschland
  • Indian Institute for Chemical Biology, Indien
  • Institute Pasteur de Tunis, Tunesien
  • Hebrew University of Jerusalem, Israel
  • Rajendra Memorial Research Institute, Indien

Über MIDGE®

In der Biotechnologie werden Transportvehikel zur Übertragung von Nukleinsäuren (meist DNA) als Vektoren bezeichnet. Auch die von MOLOGEN entwickelte MIDGE®-Technologie (MIDGE® steht für Minimalistische immunologisch definierte Genexpression) wird als DNA-Vektor bezeichnet. Im Unterschied zu anderen DNA-Vektoren (Plasmide, Viren) enthält der MIDGE®-Vektor aber nur die für die eigentliche Wirkung notwendige Information. Er ist frei von unerwünschten Bereichen, die nur dem Herstellungsprozess dienen.

MIDGE®-Vektoren bilden die Basis für ein breites Spektrum von modernen DNA-basierten Anwendungen geschaffen. Diese Vektoren werden mit unterschiedlichen, z. T. individualisierten Eigenschaften konzipiert und eignen sich hervorragend sowohl für die Gentherapie gegen Krebs als auch für die DNA-basierte Impfung gegen Infektionskrankheiten.

Über MOLOGEN

Die MOLOGEN AG, ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Berlin, ist auf die Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel auf Basis von DNA-Strukturen (DNA: Desoxyribonukleinsäure) fokussiert.

Die patentierten DNA-basierten Technologieplattformen MIDGE® und dSLIM® bilden mit einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten eine universelle Grundlage. Im Fokus der Aktivitäten stehen Produktentwicklungen für die Behandlung von Krebs sowie Impfstoffe gegen schwere Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier.

MOLOGEN wurde 1998 gegründet und ging als eines der ersten deutschen Biotechnologie-Unternehmen an die Börse. Die Aktie der MOLOGEN AG ist im General Standard der Deutschen Börse gelistet (ISIN DE 0006637200).

Risikohinweis zu den Zukunftsaussagen
Bestimmte Angaben in dieser Meldung beinhalten zukunftsgerichtete Ausdrücke oder die entsprechenden Ausdrücke mit Verneinung oder hiervon abweichende Versionen oder vergleichbare Terminologien, diese werden als zukunftsgerichtete Aussagen (forward-looking statements) bezeichnet. Zusätzlich beinhalten sämtliche hier gegebenen Informationen, die sich auf geplante oder zukünftige Ergebnisse von Geschäftsbereichen, Finanzkennzahlen, Entwicklungen der finanziellen Situation oder andere Finanzzahlen oder statistische Angaben beziehen, solch in die Zukunft gerichtete Aussagen. Das Unternehmen weist vorausschauende Investoren darauf hin, sich nicht auf diese Zukunftsaussagen als Vorhersagen über die tatsächlichen zukünftigen Ereignisse zu verlassen. Das Unternehmen verpflichtet sich nicht, und lehnt jegliche Haftung dafür ab, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren, die nur den Stand am Tage der Veröffentlichung wiedergeben.



Aktienbezugsvereinbarung mit dem US-Investor GCF

Weitere Informationen

Ansprechpartner:
Claudia Nickolaus
Leiterin Investor Relations & Corporate Communications

T. +49 (0) 30 - 84 17 88 - 86
F. +49 (0) 30 - 84 17 88 - 50

investor@mologen.com