30.09.2010

Wirkprinzip für Krebsmedikament MGN1703 nachgewiesen

Die MOLOGEN AG ist auf ihrem Weg zur Entwicklung von Krebsmedikamenten einen bedeutenden Schritt vorangekommen. Eine weitere Auswertungssequenz der Daten aus der klinischen Studie zeigt an Hand von Biomarkern das Potential des Wirkstoffes in der Krebstherapie.

Die MOLOGEN AG hat eine weitere Sequenz von klinischen Daten aus der bereits abgeschlossenen Phase Ib Studie mit dem Darmkrebsmedikament MGN1703 ausgewertet. Die Auswertung von Biomarkern des Immunsystems der Patienten zeigt darin exemplarisch die Wirkung von MGN1703 auf das Immunsystem der Krebspatienten. Es konnte gezeigt werden, dass das Immunsystem der Patienten breit aktiviert wird, und zwar in einer Weise, die für die erfolgreiche Bekämpfung von Tumorerkrankungen notwendig ist.

Die aus der klinischen Studie gewonnenen, exemplarischen Daten bestätigen die in präklinischen Versuchen und in-vitro-Studien gezeigten Ergebnisse.

Dazu Prof. Dr. Burghardt Wittig, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der MOLOGEN AG: „Der Nachweis von Aktivierungsmarkern für alle zellulären Schaltstellen des Immunsystems konnte jetzt zum ersten Mal in Patienten mit stark vorgeschädigtem Immunsystem gezeigt werden. Das wissenschaftliche Konzept von dSLIM®, dem Molekül, das hinter MGN1703 steht, ist damit erneut bestätigt worden.“

Die Daten werden auch vor dem Hintergrund des Gesundheitszustandes der Patienten, die in der bereits abgeschlossenen klinischen Studie der Phase Ib behandelt wurden, als sehr erfreulich eingeschätzt. Denn das Immunsystem der Patienten war durch die jeweils monatelange Vorbehandlung mit mehreren verschiedenen Chemotherapeutika stark geschädigt, so dass von einer erfolgreichen Auswertung der Biomarker nicht per se ausgegangen werden konnte.

Dr. Matthias Schroff, Vorstandsvorsitzender der MOLOGEN AG, kommentiert diese Zwischenergebnisse sehr optimistisch: „Wir haben damit weitere Daten an der Hand, die die umfassende Wirkung von MGN1703 auf das Immunsystem belegen. Meine Zuversicht - gerade auch als Wissenschaftler - ist daher größer denn je, dass unsere aktuelle Phase II/III Studie die Wirksamkeit des Medikaments zeigen wird. Wir haben damit ein Glied in der Nachweiskette schließen können, das nicht nur für unsere gesamte Produktpipeline, sondern auch für Investoren bedeutsam sein dürfte“.

Das Krebsmedikament MGN1703 wird derzeit im Rahmen einer zulassungsrelevanten klinischen Studie der Phase II/III bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs untersucht. Ziel der Studie ist es, ein Fortschreiten der Krebserkrankung deutlich länger zu verhindern, als dies mit derzeit verfügbaren Behandlungsmethoden bislang möglich ist. Die Studie wird zurzeit an verschiedenen Studienzentren in Deutschland und Österreich durchgeführt. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich nach einer Zwischenauswertung im ersten Halbjahr 2011 vorliegen.

HINTERGRUND

Durch die Behandlung mit MGN1703 werden wichtige Immunzellen, wie z. B. plasmazytoide dendritische Zellen, myeloide dendritische Zellen, natürliche Killerzellen und natürliche Killer-T-Zellen aktiviert. Außerdem wird die Ausschüttung von Signalproteinen wie Zytokine und Chemokine, z. B. IP-10, induziert. Diese Immunzellen und Proteine haben im Immunsystem verschiedene Aufgaben. Je nach Immunreaktion interagieren dabei die einzelnen Zelltypen direkt miteinander oder werden durch die Ausschüttung von Signalproteinen beeinflusst. Dadurch wird dann eine bestimmte Art der Immunreaktion, z. B. gegen Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien oder gegen Tumorzellen, ausgelöst. Obwohl MGN1703 nur auf ganz bestimmte Immunzellen wirkt, löst das Präparat dennoch die gewünschte, komplette Kaskade der für die Tumorbekämpfung notwendigen Immunreaktion aus, hat also eine direkte sowie indirekte Wirkung. Die Aktivierung der Immunzellen und vermehrte Induktion von Signalproteinen dient daher als Biomarker für den Nachweis der umfangreichen Aktivierung des Immunsystems.

Plasmazytoide dendritische Zellen (PDC) und myeloide dendritische Zellen (MDC)

Gehören zu den dendritischen Zellen (antigenpräsentierende Zelle). Dendritische Zellen kommen in fast allen peripheren Geweben des Körpers vor. Sie erfüllen eine wichtige Funktion im Rahmen des Immunsystems, indem sie laufend ihre Umgebung überwachen. Sie nehmen extrazelluläre Bestandteile auf und präsentieren sie anschließend auf ihrer Zelloberfläche. Nach dem Kontakt mit einem Fremdkörper verlassen die dendritischen Zellen das von ihnen überwachte Gewebe und wandern in den nächsten Lymphknoten. Dort treten sie mit anderen Immunzellen (u. a. T-Zellen) in Kontakt und induzieren eine spezifische Immunantwort gegenüber dem von ihnen präsentierten Antigen.

Natürliche Killerzellen (NK-Zellen)

Gehören zu den Lymphozyten (Untergruppe der weißen Blutzellen). Sie sind in der Lage, anormale Zellen, wie Tumorzellen und virusinfizierte Zellen, zu erkennen und abzutöten. NK-Zellen besitzen keine Antigen-spezifischen Rezeptoren und gehören zum angeborenen Immunsystem.

Natürliche Killer-T-Zellen (NKT-Zellen)

Gehören trotz ihres Namens zu den T-Zellen und sind keine NK-Zellen. Sie sind in der Lage, Tumorzellen zu vernichten. Darüber hinaus können die NKT-Zellen große Mengen an Zytokinen produzieren.

Zytokine

Zytokine sind vom menschlichen Körper produzierte Moleküle, die der Steuerung der Immunantwort dienen. Sie werden von Immunzellen, wie z.B. NK-Zellen oder NKT-Zellen, gebildet.

Chemokine

Kleine Signalproteine aus der Gruppe der Zytokine. IP-10 ist eines dieser Moleküle. Chemokine lösen bei Zellen eine Wanderungsbewegung aus. Die Zellen bewegen sich dabei zum Ort der höchsten Chemokin-Konzentration. Chemokine spielen eine zentrale Rolle bei der Migration von Immunzellen im Gewebe und bei deren Auswanderung aus dem Blut. Manche Chemokine wirken zusätzlich aktivierend auf Immunzellen.

Über die MOLOGEN AG


Die MOLOGEN AG, ein deutsches biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Berlin, ist auf die Erforschung und Entwicklung innovativer Arzneimittel auf Basis von DNA-Strukturen spezialisiert. Im Fokus der Aktivitäten stehen zahlreiche immunsystemrelevante Produktentwicklungen, einerseits Impfstoffe gegen schwere Infektionskrankheiten und andererseits Krebsmedikamente. Die MOLOGEN AG gehört weltweit zu den wenigen Biotechnologie-Unternehmen mit einer gut verträglichen DNA-basierten Krebsbehandlung im klinischen Entwicklungsstadium.

Die Aktie der MOLOGEN AG ist im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet
(ISIN DE 0006637200).

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MIDGE®, dSLIM® und MOLOGEN® sind eingetragene Marken der MOLOGEN AG.

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