Allogene Tumorzellbank

Die MOLOGEN AG nutzt eine selbst etablierte Tumorzellbank als Grundlage für ihre zellbasierte Gentherapie gegen Krebs. Diese Zellbank wurde aus Tumormaterial eines Nierenkrebspatienten gewonnen und unter arzneimittelrechtlichen Vorgaben etabliert und charakterisiert.

Die Nierenkrebszellen der Tumorzellbank haben in ihren Oberflächenmerkmalen (sog. tumorassoziierte Antigene) gewisse Überschneidungen zu anderen Nierenkrebszellen und sogar zu Krebszellen von völlig anderen Tumoren, wie z.B. Brustkrebs. Sie liefern damit eine ausgezeichnete Vorlage, um dem Immunsystem von Krebspatienten zu zeigen, wie Krebszellen typischerweise aussehen. Da sie für die Patienten körperfremd (allogen) sind, werden sie vom Immunsystem erkannt, das daraufhin eine Immunreaktion gegen die Oberflächenmerkmale dieser allogenen Krebszellen auslöst. Aufgrund der Überschneidungen der tumorassoziierten Antigene der körperfremden Krebszellen mit den patienteneigenen Krebszellen erkennt das Immunsystem nun auch wieder die körpereigenen Krebszellen und kann die Toleranz gegen den Krebs durchbrechen. Das Immunsystem ist damit wieder in der Lage, den Krebs selbst zu bekämpfen.

Um diesen Effekt zu verstärken, werden die Krebszellen vor der Verabreichung mithilfe von MIDGE® Vektoren gentechnisch modifiziert und mit dem Immunmodulator dSLIM® als Wirkverstärker kombiniert. Die Therapie wird auch als zellbasierte Gentherapie und das Wirkprinzip als therapeutische Impfung bezeichnet. 

Die Tumorzellbank wurde von der MOLOGEN AG zunächst für die klinische Entwicklung einer Nierenkrebstherapie eingesetzt.

Die Entwicklung dieses Medikamentenkandidaten wurde unter dem Projektnamen MGN1601 vorangetrieben. Die im August 2013 abgeschlossene, klinische Studie der Phase I/II zeigte eine ausgezeichnete Verträglichkeit und sehr gute erste Wirksamkeitsdaten. Auf Basis dieser positiven Studienergebnisse könnte die klinische Entwicklung von MGN1601 in die nächste Phase gebracht werden, die eine Kombinationsstudie zum Gegenstand haben könnte. Im Rahmen der "Next Level" Strategie wird die Weiterentwicklung jedoch zunächst zurückgestellt und könnte bei einer erfolgreichen Auslizensierung von Lefitolimod wieder fortgesetzt werden. Damit wäre MGN1601 ein attraktives Nachfolgeprodukt.

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