MIDGE®Vektor System

DNA-Vektoren

In der Biotechnologie und in der Gentechnik werden Transportvehikel zur Übertragung von Nukleinsäuren (meist DNA) als Vektoren bezeichnet. Dabei fallen so unterschiedliche Ansätze wie virale Vektoren oder Plasmidvektoren unter diese Definition.
Vektoren werden häufig dafür verwendet, genetisches Material in bestimmte Zellen zu schleusen. Bei der Impfstoffentwicklung ist dieses genetische Material die DNA eines Pathogens bzw. ein Antigen eines Pathogens. Dieses Antigen wird in den Zielzellen exprimiert. Das Immunsystem kann daraufhin eine Immunantwort gegen dieses Antigen und damit auch gegen das Pathogen ausbilden und somit das Pathogen bekämpfen.

Die Vektoren weisen - neben der für die Wirkung notwendigen genetischen Information -  noch eine Vielzahl von weiteren Informationen auf. Diese Informationen sind u.a.  für die Produktion oder Vermehrung der Vektoren notwendig, wie z.B. Resistenzgene gegen Antibiotika, und können bei ihrem Einsatz erhebliche Nachteile oder unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Der minimalistische Ansatz der MOLOGEN AG

Auch die von der MOLOGEN AG entwickelte Technologieplattform MIDGE® (minimalistische immunologisch definierte Genexpression) wird als DNA-Vektor bezeichnet. Im Unterschied zu anderen DNA-Vektoren (Plasmide, Viren) enthält der MIDGE® Vektor aber nur die für die eigentliche Wirkung notwendige Information. Er ist frei von unerwünschten Informationen, die lediglich dem Herstellungsprozess dienen. Seine DNA-Struktur ist linear und durch einzelsträngige Haarnadelbereiche an beiden Enden fest geschlossen. Dies führt zu der charakteristischen, geringen Größe des Vektors. MIDGE® Vektoren sind rund 50-80% kleiner als Plasmidvektoren und sogar noch deutlich kleiner als virale Vektoren.

Das MIDGE® Vektor System der MOLOGEN AG überwindet somit die Nachteile bei der Sicherheit anderer Gentransfer- und Genexpressionssysteme.

 

Überzeugendes Sicherheitsprofil

MIDGE® Vektoren sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht toxisch und nicht entzündungsfördernd - selbst bei Verabreichung in sehr hoher Dosierung. Gegen MIDGE® Vektoren werden keine Immunreaktionen ausgelöst. Viel wichtiger noch, der Vektor wird nicht in das Erbgut des Patienten eingebaut. MIDGE® Vektoren führen also zu einer effizienten und sicheren prophylaktischen oder therapeutischen Genexpression.

Die MOLOGEN AG setzte die MIDGE® Vektoren zur Impfstoffentwicklung und zur gentechnischen Modifikation von Tumorzellen im Rahmen der zellbasierten Gentherapie gegen Krebs ein. Im Rahmen der "Next Level" Strategie soll die Plattformtechnologie samt aller Wirkstoffkandidaten veräußert werden - ein Spin-off ist ebenfalls denkbar.

Smart MIDGE® Vektoren

Eine weitere herausragende Eigenschaft der MIDGE® Vektoren besteht darin, dass sie an ihren Haarnadelbereichen chemisch verändert werden können. Dabei können Modifikationen mit Peptiden, Kohlenhydraten u.v.m. durchgeführt werden. Die so entstehenden Smart MIDGE® Vektoren können, wie die MIDGE® Vektoren, in unterschiedlichsten medizinischen Anwendungen sowie für die Forschung maßgeschneidert eingesetzt werden. Prominentester Vertreter dieser einzigartigen Klasse von DNA-Vektoren ist der MIDGE®-Th1 Vektor, der besonders für die Entwicklung von Impfstoffen geeignet ist, die eine zelluläre Immunantwort auslösen sollen. Eine solche Immunantwort ist für die Abwehr von intrazellulären Erregern, z. B. Viren, notwendig.

Weiterführende Links: